Wir sind das SpiMig-Team (Suizidpräventionsinitiative für Frauen mit türkischem Migrationshintergrund) und Mitarbeiterinnen der Arbeitsgruppe Migrations- und Versorgungsforschung der Charité. Wir befassen uns mit der Lebenssituation, den Problemen und seelischen sowie körperlichen Beschwerden von Menschen mit Migrationshintergrund in Berlin.
Das Projekt wird vom BMBF gefördert und steht unter der Schirmherrschaft von Herrn Prof. Dr. Zöllner (Senator für Bildung, Wissenschaft und Forschung in Berlin). Die Kooperationspartner sind das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, der Berliner Krisendienst – Region Mitte und das Berliner Bündnis gegen Depression e. V.
Zur Kampagne
Zurzeit führen wir eine Gesundheitskampagne für Frauen und Mädchen mit türkischem Migrationshintergrund in Berlin durch. Bei dieser Kampagne geht es um Informationsvermittlung über Hilfsmöglichkeiten und Anlaufstellen für Frauen und Mädchen, die in problematischen Situationen aus Verzweiflung Suizid begehen. Untersuchungen zeigen, dass Frauen mit türkischem Migrationshintergrund häufiger versuchen, sich das Leben zu nehmen als gleichaltrige Deutsche. Vor allem jüngere Frauen und Mädchen sind davon betroffen. Das Ziel unserer Kampagne ist, diesen jungen Menschen zu helfen, aus ihrer verzweifelten Lage herauszufinden.
Daher haben wir ein deutsch-türkisches Krisentelefon eingerichtet (Hotline), wo Frauen anrufen können und psychologische Beratung bekommen, wenn sie nicht mehr weiter wissen und Hilfe brauchen. Die Hotline wird ab dem 22. Juni 2010 täglich von 9 bis 16 Uhr für neun Monate besetzt sein.
Des Weiteren führen wir eine Medienkampagne durch, bei der wir auf diese Hilfsangebote aufmerksam machen. Dazu gehören Plakate, Flyer, Radiospots und weitere Werbemaßnahmen in deutscher und türkischer Sprache.
Ein weiterer Teil unserer Gesundheitskampagne ist die Schulung von Multiplikatoren. Multiplikatoren sind Personen, die im engen und regelmäßigen Kontakt mit türkischen Mädchen und Frauen professionell zusammenarbeiten und diese betreuen (Psychologen, Hausärzte, Gynäkologen, Religionsvertreter, Stadtteilmütter, Lotsen, Lehrer u.a.).